Die Verwaltung im Kreis Esslingen soll wirtschaftsfreundlicher werden. © getty images

Wirtschaftsfreundlicher Landkreis: Bündnis von IHK und Kreis Esslingen

21.Sep. 2026 | 7 Min. Lesezeit | Politische Forderungen |
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Wenn Unternehmen investieren wollen, brauchen sie verlässliche und planbare Rahmenbedingungen. Neben verfügbaren Flächen und einer leistungsfähigen Infrastruktur gehören dazu vor allem transparente und möglichst zügige Genehmigungsverfahren. Genau hier setzt die Initiative „Wirtschaftsfreundlicher Landkreis“ an, die aus einem gemeinsamen Dialogprozess der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen und des Landkreises Esslingen entstanden ist. Die Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen unterstützt das Projekt als Partner.

Schwerpunkt gewerbliches Bauen

Ziel der Initiative ist es, die Bedingungen für unternehmerische Investitionen innerhalb der bestehenden gesetzlichen Vorgaben spürbar zu verbessern und wirtschaftsfreundlicher zu gestalten. Im Fokus steht zunächst das gewerbliche Bauen. Gemeinsam mit dem Landratsamt wurde dafür eine Matrix mit 24 Maßnahmen entwickelt, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden. Dabei geht es nicht nur um bessere Kommunikation, sondern auch um konkrete organisatorische und digitale Verbesserungen innerhalb der Verwaltung – von Bauvorantragskonferenzen und festen Ansprechpartnern über digitale Informationsangebote bis hin zu optimierten Workflows, den weiteren Ausbau der digitalen Signaturen und mehr Transparenz im Genehmigungsprozess.

„Wer gute Standortbedingungen schaffen will, muss die Perspektive des anderen kennen“, sagt IHK-Präsidentin Vanessa Bachofer..„Mein Tag im Landratsamt hat mir gezeigt, wie komplex viele Verfahren sind. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie viel Potenzial entsteht, wenn Verwaltung und Wirtschaft frühzeitig und lösungsorientiert zusammenarbeiten. Genau darin liegt für mich der Schlüssel zu einem wirtschaftsfreundlicheren Landkreis“,

Das Ziel: Transparenz von Anfang an

Ein zentrales Element des Projekts ist die frühzeitige Abstimmung zwischen Bauherren, Planern und Verwaltung. Bereits vor der eigentlichen Antragstellung sollen in gemeinsamen Gesprächen Anforderungen, mögliche Hürden und notwendige Verfahrensschritte transparent gemacht werden. Ziel ist es, Verzögerungen zu vermeiden und Projekte von Beginn an auf eine tragfähige Grundlage zu stellen.

Darüber hinaus wurden mit dem „Sounding Board“ und dem „Bauherrendialog“ zwei neue Austauschformate geschaffen. Im Sounding Board diskutieren Vertreter von Unternehmen, Bau- und Immobilienwirtschaft sowie Verwaltung in kleiner Runde sehr konkret darüber, Genehmigungsverfahren wirtschaftsfreundlicher zu gestalten. Der Bauherrendialog richtet sich an einen breiteren Kreis von Unternehmen, Architekten und Planungsbüros und dient dem Erfahrungsaustausch sowie der Vermittlung von Best Practices.

Die neuen Dialogformate sind dabei nur ein Teil des Projekts. Parallel arbeitet das Landratsamt an zahlreichen internen Verbesserungen, die Verfahren effizienter und für Antragsteller nachvollziehbarer machen sollen. Dazu gehören unter anderem die Weiterentwicklung des virtuellen Bauamts, automatische Statusinformationen, eine bessere Steuerung gewerblicher Verfahren sowie weitere Maßnahmen zur Beschleunigung und Vereinfachung der Abläufe.
Die Premiere beider Formate im Juli stieß auf große Resonanz. Ein Teilnehmer brachte seine Eindrücke treffend auf den Punkt: „Vielen Dank für diesen gelungenen Auftakt zu einem Format mit echtem Vorbildcharakter. Wir freuen uns auf die Fortführung und den weiteren Austausch.“

Großes Interesse beim Start im vergangenen Juli

Landrat Marcel Musolf sieht in der Initiative mehr als reine Prozessoptimierung: „Ein wirtschaftsstarker Landkreis braucht Unternehmen, die investieren und wachsen wollen. Dafür benötigen wir verlässliche und möglichst effiziente Verfahren. Gleichzeitig wollen wir eine Kultur stärken, die Chancen und Lösungen in den Mittelpunkt stellt. Dort, wo Spielräume bestehen, wollen wir diese verantwortungsvoll nutzen und gemeinsam mit den Unternehmen nach guten Wegen suchen.“

Wie dies konkret umgesetzt werden soll, erläutert Stephan Blank, Leiter des Amts für Bauen und Naturschutz: „Unser Ziel ist es, mögliche Hürden so früh wie möglich zu erkennen und gemeinsam mit den Antragstellern Lösungen zu entwickeln. Wenn Bauherren, Planer und Verwaltung früh miteinander sprechen, können viele spätere Verzögerungen vermieden werden.“

Kreis Esslingen kann Vorbild werden

Für die IHK ist das Projekt ein wichtiger Baustein zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. „Unser gemeinsames Ziel ist ein starker und wirtschaftsfreundlicher Landkreis mit investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen, betont IHK-Bezirkskammergeschäftsführer Christoph Nold. „Die bisherigen Rückmeldungen zeigen, dass wir mit dem Projekt einen Nerv getroffen haben und den Unternehmen konkrete Verbesserungen ermöglichen können.“

Die Initiative zeigt bereits heute, dass die Verbindung von Dialog, Kulturwandel und konkreten Prozessverbesserungen neue Wege öffnet. Wenn es gelingt, die begonnenen Maßnahmen konsequent umzusetzen, kann der Landkreis Esslingen zu einem Beispiel dafür werden, wie moderne Verwaltung und starke Wirtschaft gemeinsam bessere Standortbedingungen schaffen.

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