Warehouse worker sealing a delivery box using a tape dispenser gun, shipment and logistics concept © getty images

Weniger Bürokratie bei Verpackungen: IHK-Anliegen findet Gehör in Berlin und Brüssel

09.Sep. 2026 | 6 Min. Lesezeit | Politische Forderungen, Standort |
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Für viele kleine und mittelständische Unternehmen ist die im August in Kraft getretene europäische Verpackungsverordnung ein Ärgernis. Wer Waren in mehrere EU-Länder verkauft, sollte sich künftig in jedem Mitgliedstaat registrieren und dort gegebenenfalls sogar einen eigenen Bevollmächtigten benennen. Die Industrie- und Handelskammern sahen darin einen massiven Bürokratieaufbau statt eines funktionierenden Binnenmarkts. Nun zeichnet sich eine wichtige Entlastung ab.

Das Bundesumweltministerium hat im Ministerrat eine Initiative eingebracht, um die Verpackungsverordnung (PPWR) nachzubessern. Künftig befreit die Verordnung Unternehmen mit weniger als zehn Tonnen Verpackungen pro Jahr von der Pflicht, einen Bevollmächtigten zu benennen. Besonders kleine Online-Händler und mittelständische Exporteure würden davon profitieren. Außerdem soll die EU-Kommission bis Ende 2028 ein zentrales One-Stop-Shop-System für den gesamten Binnenmarkt schaffen. Unternehmen müssten ihre Verpflichtungen dann nicht mehr in zahlreichen nationalen Registern einzeln erfüllen.

Unnötige Bürokratie: IHK-Initiative hatte Erfolg

Genau diese Forderungen hatte die IHK-Organisation in den vergangenen Monaten mit Nachdruck vertreten. Die IHK Region Stuttgart hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass die Verordnung zwar wichtige Umweltziele verfolgt, die konkrete Ausgestaltung jedoch erhebliche Belastungen für Unternehmen verursacht. Besonders kritisiert wurden die zahlreichen nationalen Register, unterschiedliche Behördenstrukturen sowie die Pflicht zur Benennung lokaler Bevollmächtigter in jedem einzelnen EU-Land.

Gemeinsam mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sammelten die Kammern Erfahrungen betroffener Betriebe und brachten diese gezielt in die politische Diskussion ein. Gleichzeitig wandten sich Vertreter der IHK-Organisation direkt an Europaabgeordnete und die EU-Kommission, um praktikable Lösungen einzufordern.

Ziel ist eine praktikable Lösung

Die nun vorliegende deutsche Initiative zeigt, dass dieses Engagement Wirkung entfaltet. Noch ist die Entlastung nicht beschlossen. Doch erstmals liegt ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch, der die bürokratischen Belastungen für kleine Unternehmen spürbar reduzieren könnte. Für viele Mittelständler wäre das mehr als eine technische Korrektur: Es wäre ein Signal, dass europäische Umweltpolitik und wirtschaftliche Praxis zusammengehen können.

Walter Beck ist Redaktionsleiter von mawi-on und Magazin Wirtschaft

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