© BBS Automation
Traditionsunternehmen wird Teil einer Fimengruppe
13.Apr. 2026 | 5 Min. Lesezeit | Gesichter der Wirtschaft, Nachfolge |Autor: Dr. Annja Maga
Seit 2025 ist die frühere Teamtechnik GmbH aus Freiberg am Neckar im Zuge einer externen Unternehmensnachfolge Teil der BBS Automation GmbH geworden, die wiederum zum Dürr-Konzern aus Bietigheim-Bissingen gehört . Wir haben mit Ralf Kimmel, CEO der so neu entstandenen BBS Automation Stuttgart GmbH gesprochen, um die Hintergründe zu erfahren.
Herr Kimmel, kurz vor ihrem 50-jährigen Jubiläum wurde die Firma Teamtechnik Teil der BBS Automation GmbH, die wiederum zum Dürr-Konzern aus Bietigheim-Bissingen gehört. Können Sie uns kurz schildern, wie und warum es so gekommen ist?
Kimmel: Das strategische Ziel von Dürr war es, eines der führenden Unternehmen in Sachen Automation zu werden. Die Teamtechnik erwies sich da als Ankerinvestition, besonders wegen deren Stärke bei der Montagetechnik für Prüfstand- und Medizintechnik. Gleichzeitig hatte Stefan Roßkopf, der geschäftsführende Gesellschafter, keine familieninterne Nachfolge. Auch von der Größe her war es so, dass Teamtechnik an seine Grenzen stieß – bei der Internationalität, aber auch bei Finanzierungsmöglichkeiten.
Ziel ist es, dass die neue
Firma besser ist als die Einzelteile: Aus 1+1 soll mindestens 2,2 werden.
Aber warum heißen Sie jetzt BBS und nicht Dürr?
Kimmel: Dürr hat in den letzten Jahren noch drei weitere Marken dazugekauft, darunter die BBS Automation. Um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine Kooperation handelt, sondern um ein Unternehmen, entschied man sich für einen einheitlichen Markennamen. Die Wahl fiel auf BBS Automation.
Der Name Teamtechnik ist ganz verschwunden. Tut das nicht weh?
Kimmel: Vielen Mitarbeitern hat der Markenwechsel schon zu schaffen gemacht, weil da viel Identität drinsteckt. Jede Firma hat schließlich ihre eigene DNA, besonders wenn sie familiengeführt ist. In die Nachfolge zu treten heißt aber, ohne den historischen Rucksack weiterzumachen. Symbolisch dafür ist der Farbwechsel der Teamkleidung: aus blau wurde anthrazit. Trotzdem stehen die Mitarbeiter nach meinem Eindruck voll hinter der Entwicklung, weil sie die große Chance für die Zukunftsfähigkeit ihrer Arbeitsplätze und die Standortsicherheit sehen.
Sie selbst sind erst als CEO an Bord gekommen, als die Übernahme abgeschlossen war. Ist das ein gutes Timing?
Kimmel: Meine Aufgabe ist es, die Stärken BBS Automation Stuttgart GmbH innerhalb der Division so zu sortieren, dass daraus neue Projekte und Entwicklungen entstehen, die vorher nicht möglich waren. Damit habe ich viel Erfahrung, denn schon bei meinem vorherigen Arbeitgeber war es Teil meiner Aufgabe, zugekaufte Firmen zu integrieren.
Die Übernahme anderer Firmen ist in der Branche wohl weit verbreitet?
Kimmel: Ja, viele der großen Automatisierer sind nicht generisch gewachsen, sondern durch den Zukauf von Spezialisten unterschiedlichster Größe. Ein Erfolg wird daraus, wenn die Symbiose gelingt. Vor dieser Aufgabe stehen wir jetzt wieder – alle unsere Wettbewerber aber auch! Ziel ist es, dass die neue Firma besser ist als ihre Einzelteile: aus 1+1 soll mindestens 2,2 werden.
Können Sie das konkretisieren?
Kimmel: Weil wir zusammen auf drei Kontinenten aktiv sind, können wir unsere Kunden viel besser bei deren Internationalisierung begleiten und das gesamte Leistungsportfolio der BBS-Gruppe zum Einsatz bringen.
Teamtechnik hatte eine vorbildliche Lehrwerkstatt.
Kimmel: Bleibt die erhalten? Die wird sogar noch wichtiger, denn bei uns lernen jetzt auch die Dürr-Azubis aus Bietigheim-Bissingen, insgesamt 70 junge Leute. Zukünftig wollen wir die Lehrwerkstatt auch wieder für andere Firmen öffnen – Anfragen gibt es schon.
Es ist wie mit einem Gebrauchtwagen: Das Auto ist verkauft, umgemeldet und umlackiert.
Zumindest inoffiziell heißt die Straße hier nach der Gründerfamilie Roßkopf. Aber die ist vollständig Geschichte, oder?
Kimmel: Es ist wie mit einem Gebrauchtwagen: Das Auto ist verkauft, umgemeldet und umlackiert. Mit anderen Worten: die Inhaber sind nicht mehr Teil des Unternehmens. Aber Stefan Roßkopf ist uns weiterhin freundschaftlich verbunden und wird selbstverständlich zu Firmenfeiern eingeladen.
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