Lasse Niehus, Tobias Geiger (Laserhub), Neel Basu und Noah Schott (von links) freuen sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit. © Volker Beck
Lasse Niehus, Tobias Geiger (Laserhub), Neel Basu und Noah Schott (von links) freuen sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit.

STEM-Racing: Schülerteam aus der Region Stuttgart kämpft um WM-Ticket

18.Mai 2026 | 6 Min. Lesezeit | Start-Ups |
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Ein Knall, ein vorbeizischendes Auto. Das eigentliche Rennen ist nach knapp 1,2 Sekunden vorbei. So lange braucht der Miniatur-Bolide des Teams Spectrum für die 20 Meter lange Strecke in der Böblinger Motorworld. Beim Technologiewettbewerb STEM-Racing entwickeln Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 19 Jahren Miniaturfahrzeuge am Computer, fertigen Bauteile und treten gegeneinander an. Ziel ist die Weltmeisterschaft.
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Analog zur Formel 1 werden die Regeln immer wieder angepasst, das hat Auswirkungen auf das Design der Boliden.
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Neel Basu, Noah Schott und Lasse Niehus (von links) treten mit ihrem Team Spectrum bei der Deutschen Meisterschaft im STEM-Racing mit dem Ziel an, sich für die WM in Malaysia zu qualifizieren.

Die Schüler Noah Schott, Lasse Niehus (beide 18) und Neel Basu (15) gehören trotz ihres Alters zu den erfahrenen Teilnehmern. Beim internationalen Technologiewettbewerb STEM-Racing, wobei STEM für die englische Bezeichnung von MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) steht, entsteht das Fahrzeug vollständig digital. Neel nahm bereits mit 12 in einem Junior-Team das erste Mal am Wettbewerb teil und Noah erreichte mit seinem damaligen Team bei der Weltmeisterschaft 2023 in Singapur den zehnten Platz bei 68 teilnehmenden Teams. Seit Monaten arbeitet das sechsköpfige Team an Konstruktion, Sponsoring, Präsentation und Businessplan. „Viele sehen nur das Auto und die Zeit auf der Strecke. Tatsächlich steckt monatelange Arbeit dahinter“, sagt Teammanager Noah.

Das Fahrzeug entsteht vollständig digital von der CAD-Konstruktion über Simulationen bis hin zur Fertigung einzelner Bauteile. Bewertet werden nicht nur die Rennzeiten, sondern auch technische Umsetzung, Dokumentation, Präsentation und Teamorganisation.

Konstrukteur Neel erklärt: „Wir entwickeln die Fahrzeugdaten im CAD-System und prüfen aerodynamische und konstruktive Einflussfaktoren, um die Performance gezielt zu optimieren. Innerhalb des Regelwerks ist es wie in der Formel 1: Jedes Detail entscheidet darüber, wie viel am Ende herauskommt.“

Viele Teile werden im 3-D-Druck gefertigt

Gefertigt werden viele Teile mit 3D-Druckern des Sindelfinger Gymnasiums Unterrieden, das Noah und Neel besuchen, teils auch extern auf CNC-Maschinen. Parallel dokumentiert das Team seine Entwicklungsprozesse, erstellt Technik- und Unternehmensportfolios und wirbt Sponsoren an. Vor Wettbewerben investieren die Jugendlichen viele Stunden pro Woche in Konstruktion, Tests und Vorbereitung. „Je höher das Niveau wird, desto mehr Zeit steckt man rein. Die letzten paar Prozent rauszuholen kostet wirklich Stunden und Tage an Arbeit“, sagt Grafikdesigner Lasse aus Backnang, der für Auftritt und Gestaltung verantwortlich ist und das dortige Max-Born-Gymnasium besucht.

Um die Arbeitslast besser zu verteilen, wurde das Team auf sechs Mitglieder erweitert und durch erfahrene Teilnehmer aus Schleswig-Holstein ergänzt. „Für die Weltmeisterschaft kann man nicht einfach Quereinsteiger dazunehmen. Dafür ist der Wettbewerb zu komplex“, sagt Noah. Für einzelne Bauteile greift das Team zudem auf externe CNC-Fertigung zurück.

Stuttgarter Unternehmen sieht den Wettbewerb als Nachwuchsbörse

Unterstützt wird Spectrum vom Stuttgarter Unternehmen Laserhub, einer digitalen Plattform für die Beschaffung individuell gefertigter Metall- und Kunststoffteile. Das Unternehmen begleitet die Schüler bei Finanzierung und Fertigung zentraler Bauteile. „Wir sind stolz darauf, mit unserem Beschaffungs-Know-how die nächste Generation von Ingenieuren und Visionären zu unterstützen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus digitalen Entwürfen über unsere Plattform reale Komponenten entstehen, die auf der Strecke den Unterschied machen. Besonders beeindruckt hat mich die Leidenschaft des Teams. Jedes Detail wird hinterfragt, Probleme werden gemeinsam gelöst. Dieser Wille, immer besser zu werden, ist ansteckend“, betont Tobias Geiger, Sales Development Manager Laserhub.


Den ersten großen Erfolg hat das Team bereits erreicht: den Sieg bei der Regionalmeisterschaft Süd, bei der Spectrum zudem fünf von sechs Sonderpreisen gewann. Nun richtet sich der Blick auf die Deutsche Meisterschaft am 22. und 23. Mai im Audi Experience Center in Ingolstadt. Die besten drei Teams qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft in Malaysia. Dort ist mit der Williams Academy auch ein Formel-1-Team vertreten, das Nachwuchstalente begleitet: vom Wettbewerb über das Studium bis hin zu möglichen Stationen im Rennstall selbst.

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