© Jaworski
Siegfried Jaworski (3.v.r.) mit Ehefrau, Schwiegersohn Francesco Parato (4.v.r.) und dem Team.

Neues Leben für den Öltank

19.Mai 2026 | 5 Min. Lesezeit | Gesichter der Wirtschaft, Standort |
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Alte Öltanks sind kein Schrott – sondern versteckte Ressourcen. Ein Tüftler aus Leutenbach zeigt, wie ausgediente Heizöltanks zu nachhaltigen Wasserspeichern werden und damit ein ganz neues Kapitel der Energiewende schreiben.

Der Umstieg von Öl auf Gas oder Wärmepumpen bringt auch Herausforderungen mit sich, die man so gar nicht auf dem Schirm hat. Zum Beispiel: Was wird aus den Öltanks? Immerhin eine Million solcher dann überflüssiger Tanks gibt es allein in Baden-Württemberg.

Kein Problem für jemanden wie Siegfried Jaworski, der von sich sagt, „eine Lösung finden wir immer“. Jaworski war in den 1980ern in den väterlichen Betrieb für Montagen und Verkauf von Tankanlagen sowie Heizölanlagen eingestiegen. Schon bald fiel ihm auf, dass immer mehr Häuslebesitzer auf andere Heizmethoden umstiegen.

Die Öltanks brach liegen lassen oder gar zu verfüllen? Keine gute Idee in seinen Augen, denn „Ressourcen, die da sind, nicht zu nutzen: das geht ja gar nicht“, sagte er. Wobei er mit Ressourcen nicht nur die Tanks meint, sondern auch das Regen­wasser, das damals noch ­wenig genutzt wurde.

 In 29 Jahren haben wir 3,8 Millionen Liter Trinkwasser gespart!

Jaworski tüftelte an einer Lösung, die beides zusammenbrachte und wurde damit zu einem Pionier der Umrüstung von Tanks zu Wasserspeichern. Schon 1990 baute er den ersten Tank um, der, so erzählt er stolz, „immer noch funktioniert“.

Für Laien klingt das vielleicht trivial. In Wirklichkeit ist das eine Herausforderung, denn zunächst muss der alte Tank komplett gereinigt werden, also abgeschliffen und entfettet. Danach müssen die Innen­wände beschichtet oder ein Innenhüllensystem eingebracht werden – sonst würde der Tank in null Komma nichts rosten. Danach müssen Leitungen verlegt werden, eventuell Pumpen oder Filter installiert und der Anschluss zur Entnahmestelle geschaffen werden.

Der USP von Jaworski: Bei ihm gibt es das alles aus einer Hand: „Das bieten nicht viele von unseren Wettbewerbern an. Und wenn doch, haben sie meist nicht die nötige Erfahrung mit dem Kanalanschluss“, weiß er. Gerade der sei aber entscheidend für den Überlauf.

Dass er den Umbau von A bis Z durchführen kann, ist sicher ein Grund dafür, dass die Leutenbacher Firma in Suchmaschinen ganz oben gelistet wird, „ohne dass wir einen Pfennig dafür ausgeben“, wie sich der Chef freut. Entsprechend kommen die Anfragen aus ganz Deutschland. Doch Jaworski nimmt fast nur Aufträge im Umkreis von circa 100 ­Kilometern an „Es geht zwar fast nie etwas ­kaputt, aber wenn doch, muss es ja in einer ­vertretbaren Entfernung von hier sein“, erklärt er.

Mit nur acht Mitarbeitern sind die Kapazitäten von „Jaworski Tank- und Regenwassernutzungsanlagen“ ohnehin begrenzt, zumal die Montagen und der Verkauf von Tankanlagen und Heizölanlagen weiterläuft.

Weil es ein „dreckiges Geschäft“ ist, wie Schwiegersohn Francesco Parato sagt, ist es auch nicht leicht, neue Mitarbeiter zu finden. Parato selbst ist seit 13 Jahren dabei und tritt mehr und mehr in die Fußstapfen seines Schwiegervaters.

Aber nicht nur das, er bringt auch neue Impulse ins Geschäft. Aktuelles Beispiel ist der Wasserkohle­filter, den er entwickelt hat. Seit Herbst hat er darauf einen Gebrauchsmusterschutz. „Aus Regen macht der Filter Wasser von bester Qualität – ­alles mechanisch, ganz ohne Chemie“, erzählt er.

Einen Trost gibt es übrigens für ­Interessenten außerhalb des Einzugsgebiets um Leutenbach: Sie dürfen Fotos von ihren örtlichen Gegebenheiten schicken. Jaworski tüftelt dann, damit sie mit seinen Tipps andere Dienstleister beauftragen können: „Ich finde es spannend, eine Lösung zu suchen, und wir finden immer eine“, strahlt er. Der Mann brennt einfach für die Sache!

Klar dass er auch zu Hause so eine Anlage installiert hat: „Ich verfolge das auf meiner Wasseruhr. In 29 Jahren ­haben wir 3,8 Millionen Liter Trinkwasser gespart!“

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