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Mehr als ein Praktikum: Die große Chance des BOGY
05.Mai 2026 | 4 Min. Lesezeit | Ausbildung |Autor: Walter Beck
In der neunten oder zehnten Klasse absolvieren alle Gymnasiastinnen und Gymnasiasten das sogenannte BOGY (Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium). Dabei verbringen sie eine Woche in einem Unternehmen, an einer Hochschule oder in einer Behörde. Ziel ist es, erste Praxiserfahrungen zu sammeln und sich auf die spätere Berufs- und Studienwahl vorzubereiten.
Im Alltag sieht das jedoch oft anders aus: Viele Schülerinnen und Schüler sitzen einen Großteil der Zeit nur herum und bekommen wenig Einblick. Dabei bietet das BOGY eigentlich eine gute Chance, erste echte Berufserfahrungen zu sammeln.
Das BOGY bringt Unternehmen in Kontakt mit künftigem Nachwuchs – doch das wird nicht immer erkannt
Man kann diese Woche auch als eine Art Ausschlussverfahren sehen. Wenn man feststellt, dass einem ein bestimmter Beruf oder eine Branche überhaupt nicht liegt, ist man danach auch schlauer. Deswegen finde ich, dass es sinnvoll ist, dass das BOGY verpflichtend ist. Denn wie sonst sollen Jugendliche so früh Einblicke in die Arbeitswelt erhalten?
Allerdings glaube ich, dass viele Unternehmen die Chance, die das BOGY bietet, nicht nutzen. Schließlich begegnen ihnen hier potenzielle zukünftige Fachkräfte. Wer es schafft, Schülerinnen und Schüler früh für einen Beruf oder ein Unternehmen zu begeistern, kann langfristig davon profitieren: Interesse wird geweckt, erste Bindungen entstehen und möglicherweise entscheidet sich jemand Jahre später genau für diesen Weg. Unternehmen könnten das BOGY also gezielt als Möglichkeit sehen Kontakte zu knüpfen.
Wo die Schüler unterkommen, bleibt oft dem Zufall überlassen
Ein weiteres Problem zeigt sich bereits bei der Suche nach einem BOGY-Platz. Nur wenige Unternehmen werben dafür oder bieten Plätze an. Auch bei mir und vielen meiner Freunde war die Suche schwierig, und die ersten Probleme begannen schon bei den Bewerbungen.
Ich hatte letztlich Glück und habe einen Platz bei der IHK im Bereich Kommunikation und Presse bekommen – ein Bereich, der mich besonders interessiert. Bei einigen meiner Freunde war das jedoch anders: Sie sind eher zufällig irgendwo untergekommen, ohne dass es sie wirklich interessiert. Dadurch geht eine große Chance verloren.
Eine Win-win-Situation: Beide Seiten können profitieren
Würden mehr Unternehmen aktiv BOGY-Plätze anbieten und gezielt dafür werben, könnten Schülerinnen und Schüler leichter einen passenden Platz finden. So würden beide Seiten profitieren: Die Jugendlichen gewinnen wertvolle Einblicke und Berufsorientierung, während Unternehmen frühzeitig Nachwuchskräfte kennenlernen.“
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