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Licht an für die Effizienz
07.Jan. 2026 | 5 Min. Lesezeit | Klimaschutz, Nachhaltigkeit |Autor: Walter Beck
Sie ist ein Familienbetrieb mit langer Geschichte: Die Süddeutsche Bürsten- und Kunststoffabrik Eugen Gutmann in Leonberg fertigt seit 1922 Bürsten und Reinigungssysteme für gewerbliche Anwender. Ende 2025 ließ Gutmann als 200. Unternehmen in der Region Stuttgart einen KEFF+-Check durchführen.
Die Experten der IHK-Kompetenzstelle Ressourceneffizienz, Leo Schroeder-Rozelle und Dennis Seiler, untersuchten Hallen und Büros. In Leonberg wurde rasch klar: Moderne LED-Beleuchtung könnte den Stromverbrauch deutlich senken. Auch das Druckluftnetz bietet Einsparchancen, denn schon kleine Leckagen treiben die Energiekosten nach oben. Größtes Potenzial birgt die Gebäudehülle. Die Produktionshalle aus den 60er Jahren braucht eine bessere Dämmung, doch das erfordert Investitionen und eine Einigung mit dem Eigentümer, von dem das Unternehmen die Halle gemietet hat. Mittelfristig könnte zudem Abwärme aus Spritzgussmaschinen und Kühlanlagen zur Beheizung genutzt werden.
Bei der Materialeffizienz dagegen ist Gutmann bereits gut aufgestellt. Das Unternehmen setzt Leichtbaumaterialien ein, recycelt Kunststoffabfälle und nutzt naturbasierte Rohstoffe, um Mikroplastik-Emissionen beim Kunden zu reduzieren. Der Check zeigte: Viele Entscheidungen sind schon getroffen, doch weitere Schritte können den Ressourcenverbrauch deutlich senken.
„Energie- und Materialeffizienz dienen sowohl der Umwelt als auch dem Erfolg des Unternehmens“, sagt Geschäftsführer Jürgen Belle. „Wir prüfen deshalb ständig, wie wir den Ressourcenverbrauch wirtschaftlich sinnvoll begrenzen können.“
Beispiel Nummer 2: Blechbearbeitung Hocker
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Ein weiteres Beispiel, ist die Blechbearbeitung Hocker GmbH & Co. KG aus Fellbach, die am 15. April mit dem KEFF+Label ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung bestätigt den konsequenten Weg der Blechbearbeitung Hocker, Ressourceneffizienz nicht als Einzelmaßnahme zu verstehen, sondern als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie.
Materialeffizienz beginnt bei den Menschen
Ein zentraler Baustein war eine umfassende Materialschulung für die Mitarbeiter mit dem Ziel, das Bewusstsein für einen effizienten Materialeinsatz, optimierte Logistik und einen schonenden Umgang mit Ressourcen weiter zu stärken und gleichzeitig konkrete Handlungskompetenzen zu vermitteln. Im Fokus stand dabei die bestmögliche Nutzung von Materialien entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonders sichtbar wurde dieser Ansatz im Zuge der Digitalisierung des Lagers: Mehr als 340 Holzpaletten wurden systematisch sortiert, erfasst und digital abgebildet. Dabei konnten insgesamt 90 Holzpaletten aussortiert und eine Materialeinsparung von bis zu 30 Prozent erzielt werden.
Digitale Lagerhaltung reduziert unnötige Neuproduktion
Mit der Einführung eines neuen ERP-Systems und der konsequenten digitalen Erfassung der Lagerbestände wurde die Lagerhaltung deutlich strukturierter und effizienter gestaltet. Überschüssige Bauteile werden heute gezielt eingelagert und systemseitig verbucht. Dadurch können sie bei Bedarf erneut verwendet werden – unnötige Neuproduktionen werden vermieden, Ressourcen geschont und Kosten reduziert.
Ergänzend investierte das Unternehmen in drei moderne Lagersysteme, um interne Transportwege zu verkürzen und Durchlaufzeiten zu reduzieren. Ein neu installiertes Lagersystem mit integriertem Kran ermöglicht heute die direkte Bestückung der Maschinen. Während zuvor ein einzelner Kran vier Maschinen versorgen musste, konnten durch die neue Lösung Rüstzeiten und interne Transportaufwände deutlich verringert werden.
Auch die Energie wird effizienter genutzt
Auch im Bereich der Energieeffizienz wurden im Rahmen des KEFF+Checks gezielte Maßnahmen umgesetzt. So wurden in der mechanischen Abteilung sämtliche Heizungsrohre fachgerecht isoliert, um Wärmeverluste zu minimieren und den Energieverbrauch nachhaltig zu senken.
Darüber hinaus stellte das Unternehmen die komplette Beleuchtung auf energieeffiziente Leuchtmittel um. Allein dadurch konnte der Stromverbrauch um rund 30 Prozent reduziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Bereich Druckluft: Nach einer systematischen Leckageortung an Maschinen und Leitungen wurden sämtliche Undichtigkeiten beseitigt. Parallel dazu wurden die Mitarbeitenden dafür sensibilisiert, Leckagen frühzeitig zu erkennen und zu melden.
Ein aktueller Meilenstein ist zudem die Inbetriebnahme eines Batteriespeichers mit 90 kWh Kapazität, der mit selbst erzeugtem Photovoltaikstrom geladen wird. Der Speicher dient insbesondere dazu, Lastspitzen im Stromverbrauch abzufedern und dadurch Netzentgelte zu senken. Gleichzeitig erhöht er die Flexibilität im Energiemanagement und stärkt die Versorgungssicherheit im laufenden Betrieb.
Die regionale Kompetenzstelle Ressourceneffizienz (KEFF+) bei der IHK bietet einen kostenfreien und unabhängigen Check für kleine und mittlere Unternehmen. Die IHK-Experten identifizieren Einsparpotenziale bei Material, Rohstoffen und Energie und geben konkrete Empfehlungen, Förderhinweise sowie Unterstützung bei der praktischen Umsetzung vor Ort.
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