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Viele Zuwanderer sind sehr interessiert an der dualen Berufsausbildung.

Kümmerer: Die IHK bringt zugewanderte Ausbildungsinteressierte und Firmen zusammen

30.März 2026 | 6 Min. Lesezeit | Ausbildung, Zuwanderung |
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Während viele Unternehmen dringend Nachwuchs brauchen, warten gleichzeitig motivierte junge Zugewanderte und Geflüchtete auf ihre Chance in der dualen Ausbildung. Doch Bürokratie, Sprachbarrieren und fehlende Orientierung erschweren das perfekte Match. Genau hier setzt das „Kümmerer“-Projekt an: Es bringt Betriebe und passende Talente zusammen, begleitet den Einstieg und sorgt dafür, dass aus Chancen echte Perspektiven werden.

Während Unternehmen auf der ­einen Seite händeringend nach Nachwuchs suchen, stehen auf der anderen Seite eine Vielzahl junger Zugewanderter und Geflüchteter bereit – hochmotiviert und sehr interessiert an der dualen Berufsausbildung, die auch international ein hohes Ansehen genießt.

Doch die Vielzahl an Ausbildungsberufen, Unwissenheit bezüglich des Bewerbungsverfahrens sowie eine ­ausufernde Bürokratie auf der einen Seite und Sprachprobleme, ausländische Bildungsabschlüsse, aufenthaltsrechtliche Fragen und kulturelle Unterschiede auf der anderen Seite machen das „Matching“ schwierig. Hier setzt die IHK Region Stuttgart ein mit dem Projekt „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Zugewanderte“.

„Kümmerer“ wird das von der Landes­regierung geförderte Projekt kurz genannt. Er soll genau solche ­Hürden abbauen und Betriebe mit passenden Bewerbern zusammenbringen.

Die Unternehmen können in Beratungs­gesprächen mit den Kümmerern präzisieren, welche Voraussetzungen ihr Auszubildender mitbringen muss. Dann wird versucht, passende Bewerber vorzuschlagen, sei es für ein Praktikum, eine Einstiegsqualifizierung oder am liebsten ­natürlich gleich für eine Berufsausbildung.

Weil die jungen Leute zuvor umfassend zur dualen Ausbildung und für sie in ­Frage kommende Berufe informiert wurden und ihre Kompetenzen ermittelt wurden, ist die Chance groß, dass so ein „Match“ tatsächlich passt.

Während der Praktika und der ersten Monaten der Ausbildung stehen die Kümmerer den Unternehmen als Ansprechpartner weiterhin zur Verfügung, um einen möglichst reibungslosen Start zu ermöglichen. Aber auch die neuen Mit­arbeiter werden in den ersten Monaten betreut, zum Beispiel bei der Beantragung finanzieller Förderungen oder, falls nötig, bei aufenthaltsrechtlichen Fragen.

Während sich das Projekt bisher auf ­Personen in der Region Stuttgart beschränkt, arbeiten die Kümmerer perspek­tivisch auch verstärkt an der Gewinnung passender Auszubildender aus dem Ausland.

Sind Sie auf der Suche nach passenden Auszubildenden? Haben Sie bereits einen Zugewanderten oder Geflüchteten in Ausbildung oder planen das und benötigen Unterstützung? Das Kümmerer-­Projekt unterstützt alle Unternehmen der Region Stuttgart bei Fragen oder Schwierigkeiten rund um die Ausbildung von Geflüchteten und Zugewanderten. Gerne befassen wir uns persönlich mit Ihrem Anliegen.

Melden Sie sich dafür telefonisch oder formlos per Mail bei den Ansprechpartnern Ihrer zuständigen IHK-Bezirkskammer.

Die Aussichten sind jedenfalls gut: Bis Ende letzten Jahres wurden bereits 1.645 Geflüchtete und Zugewanderte betreut und 1.320 Betriebe beraten. Insgesamt konnten 1.340 Praktika sowie 210 Einstiegsqualifizierungen (EQ) vermittelt, und 1.040 Ausbildungsplätze besetzt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier

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