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Karriere mit Lehre: Cem Akpinar hat es vom Lager in die Leitung geschafft
02.Okt. 2026 | 8 Min. Lesezeit | Weiterbildung |Autor: Walter Beck
Geboren in Ulm, aufgewachsen in Westerstetten und Geislingen, ist Akpinar tief in der Region verwurzelt. Einen großen Teil seiner Jugend verbrachte er auf dem Fußballplatz, und noch heute spielt er gern Fußball und trainiert Boxen. Privat ist er verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Nach dem Fachabitur entschied sich Akpinar für eine Ausbildung bei Bosig, einem Hersteller von Abdichtungsprodukten für die Bauwirtschaft mit 130 Mitarbeitern in Gingen an der Fils. Dort lernte er die unterschiedlichen Bereiche des Unternehmens von Grund auf kennen. Nach einem Jahr in der Versandabteilung übernahm er bereits die Leitung einer Produktionseinheit mit 15 Mitarbeitern. Es folgten die Weiterbildung zum Industriemeister (IHK), die Verantwortung für die größere Raumakustik-Abteilung und schließlich 2023 die Berufung zum Gesamt-Produktionsleiter.
„Ich habe das alles so nicht geplant, aber jeder einzelne Schritt hat mir großen Spaß gemacht.“
Cem Akpinar
Rückblickend wirkt dieser Aufstieg wie eine geradlinige Karriere. Für Akpinar selbst fühlte er sich anders an. „Ich habe das alles so nicht geplant oder erwartet, aber mir hat jeder einzelne Schritt großen Spaß gemacht“, sagt er.
Rückendeckung durch die Kollegen war wichtig
Gerade der Wechsel vom Kollegen zur Führungskraft sei anspruchsvoll gewesen. „In diesem jungen Alter ist es schwierig, wenn man der Chef von Kollegen wird, mit denen man eben noch gleichrangig zusammengearbeitet hat.“ Nach seiner Erfahrung dauert es ein bis zwei Jahre, bis man in einer solchen Rolle vollständig anerkannt wird. Umso wichtiger sei die Rückendeckung der Belegschaft gewesen. „Ich bin durch die Kollegen aber immer unterstützt worden.“
Weiterbildung sichert die Zukunft von Unternehmen
Die IHK Region Stuttgart unterstützt Betriebe bei der Qualifizierung ihrer Beschäftigten mit Fortbildungsabschlüssen, Zertifikatslehrgängen, Seminaren und individueller Beratung. Ergänzend informiert sie über Fördermöglichkeiten, Anerkennungsverfahren und Wege zur Personalentwicklung, um Fachkräfte langfristig zu gewinnen, zu binden und weiterzuentwickeln.
Diese Haltung prägt auch seine Arbeit. In den vergangenen Jahren engagierte sich Akpinar besonders in den Bereichen Digitalisierung, Organisation und Qualitätsmanagement. Seine Projekte trugen dazu bei, Produktionsabläufe effizienter zu gestalten und Strukturen weiterzuentwickeln. Seit seiner Ernennung zum Leiter des Produktionsbetriebs setzte er nach Angaben des Unternehmens wichtige Impulse für technische Weiterentwicklung, Zusammenarbeit und Effizienz in der Produktion. Mit der Ernennung zum Prokuristen wächst Akpinars Verantwortungsbereich erneut. Mit ihm besteht die Geschäftsleitung nun aus fünf Personen.
Wichtiges Signal für die Förderung eigener Talente
Sein Werdegang passt zur Ausbildungskultur des Unternehmens: Bosig lässt Auszubildende sämtliche Abteilungen durchlaufen, damit sie früh Verantwortung übernehmen und Zusammenhänge verstehen. Viele bleiben dem Unternehmen langfristig treu. Akpinar ist nicht der erste ehemalige Azubi des Unternehmens, dem der Aufstieg in die Chefetage gelang: Auch der kaufmännische Prokurist Markus Floruß hat seine gesamte Karriere bei Bosig gemacht. Geschäftsführer Harry Leichmann sieht in solchen Erfolgsgeschichten ein wichtiges Signal für die Förderung eigener Talente.
Für junge Menschen hat der Cem Akpinar einen einfachen Rat: „Macht euch Gedanken, welche Berufe wirklich Zukunft haben und in welchen man die Möglichkeit hat, sich weiterzuentwickeln.“ Der neue Prokurist verkörpert diese Überzeugung selbst. Sein Weg vom Auszubildenden der Lagerlogistik bis in die Unternehmensleitung zeigt, dass Kontinuität, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, im industriellen Mittelstand starke Karrierefaktoren sind – auch ohne dass man hierfür unbedingt ein Studium absolvieren muss.
Walter Beck ist Redaktionsleiter von mawi-on und Magazin Wirtschaft
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