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Zugewandt zuhören – das ist wichtig, wenn Mitarbeiter ihre Sorgen schildern.

Fünf Impulse für ein echtes Zuhören in emotionalen Gesprächen

24.Juni 2026 | 6 Min. Lesezeit | Rat & Tat, Recht & Steuern |
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Veränderungen im Unternehmen, wirtschaftlicher Druck oder private Sorgen: Viele Mitarbeiter kommen mit Belastungen ins Gespräch mit ihrer Führungskraft. Doch wer helfen will, greift oft zu schnell zu Lösungen. Dabei brauchen Menschen in emotional schwierigen Situationen häufig etwas anderes: jemanden, der wirklich zuhört. Wie aktives Zuhören gelingt, warum Neugier wichtiger ist als Bewertung und weshalb Pausen im Gespräch wertvoll sein können, zeigt dieser Beitrag anhand von fünf praktischen Tipps für Führungskräfte.

Die Zeiten sind schwierig – für Arbeit­geber wie für Arbeitnehmer: Umstrukturierungen stehen an, Gewohntes wird in Frage gestellt oder muss sogar aufgegeben werden. Aber auch privaten Kummer bringen viele Mitarbeiter mit in den Betrieb.
Gerade in kleinen Unternehmen sind Chef oder Chefin in solchen Fällen auch eine Art Kummerkasten. Allerdings neigen Führungskräfte dazu, nach einer schnellen Lösung zu suchen. Sie sind schließlich auf Aktiv-Werden gepolt und übersehen dabei, dass Menschen, die emotional aufgeladen sind, oft gar keine Lösung erwarten, sondern gehört werden wollen. Unsere fünf Tipps helfen beim richtigen Zuhören:


1. Sich innerlich verpflichten, wirklich zuzuhören: Ein echtes beziehungsweise aktives Zuhören beginnt mit der bewussten Entscheidung: Ich höre zu – ohne Bewertung, ohne innere Kommentare und ohne bereits an die passende Antwort oder Lösung zu denken. Es geht darum, präsent zu sein – nicht darum, recht zu haben und effizient zu sein.


2. Ruhe mitbringen und bewahren: Gefühle sind ansteckend. Wer einem emotional aufgewühlten Menschen begegnet, wird meist auch selbst innerlich emotional aktiviert. Entsprechend wichtig ist es, bewusst das Tempo herauszunehmen und die Ablenkungen zu minimieren. Zuweilen hilft es auch, das Setting zu verändern: Ein Gespräch im Gehen – statt Sitzen – kann Spannungen lösen. Und manchmal empfiehlt es sich sogar, das Gespräch zu vertagen; zum Beispiel, wenn der eigene Stress­level zu hoch ist.

3. Neugierig bleiben statt zu bewerten: Neugier öffnet, Bewertung schließt. Wer beispielsweise neugierig oder vertiefend nachfragt „Was genau hat Sie in diesem Moment besonders ­getroffen?“ signalisiert echtes Interesse und den Wunsch zu verstehen. Zugleich schützt Neugier vor vorschnellen Schlussfolgerungen.

4. Den ganzen Menschen wahrnehmen: Zuhören bedeutet mehr als Worte aufnehmen. Tonfall, Körpersprache, Sprechtempo – all das transportiert Information. Auch das Ungesagte ist bedeutsam. Wichtig ist es zudem, die Pausen – also die Momente, in denen beide schweigen – bewusst wahrzunehmen und zu ertragen. Denn sie sind oft Momente des Nach- und Vorausdenken sowie der inneren Verarbeitung des bereits Gehörten und Gesagten – und zeigen, dass etwas in Bewegung ist.

5. Sich die notwendige Zeit nehmen: Erst wenn spürbar ist, dass die emotionale Erregung des Gesprächspartners abgeklungen ist, also weniger „Druck im Kessel“ ist, ist Raum für Reflexion. Dann können Fragen wie
„Wie geht es Ihnen jetzt?“
„Was brauchen Sie im Moment am dringendsten?“
weiterführen. Erst danach sollte – wenn erwünscht – über mögliche Lösungen gesprochen werden.
Führungskräfte, die in Gesprächen, in denen Emotionen eine zentrale Rolle spielen, eine solche Haltung zeigen, stabilisieren ihren Gesprächspartner, denn wer sich gehört fühlt, muss nicht mehr kämpfen. Und wer sich verstanden fühlt, wird zugänglich für einen Perspektivwechsel und mögliche Lösungen.

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