Viele Azubis haben ein Wohnungsproblem, wenn der Ausbildungsplatz nicht am Heimatort ist. Studentenwohnheime könnten eine Lösung sein. © Getty Images
Wie wäre es, wenn Azubis in Studentenwohnheime einziehen dürften?

Fünf Impulse für die duale Ausbildung

29.Sep. 2026 | 7 Min. Lesezeit | Rat & Tat, Recht & Steuern |
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Die duale Ausbildung steht vor vielfältigen Veränderungen: Digitalisierung, neue Technologien, veränderte Kompetenzanforderungen und der Fachkräftebedarf prägen die Arbeitswelt von morgen. Welche Impulse braucht es, damit Ausbildung, Weiterbildung und berufliche Qualifizierung auch künftig erfolgreich auf diese Entwicklungen reagieren können? Die DIHK hat dazu fünf Impulse verfasst.
  1. Kompetenzen beim Start der dualen Ausbildung stärken
    Ziel: Alle Jugendlichen verfügen zu Ausbildungsbeginn über grundlegende Kompetenzen, kennen ihre Stärken und wählen passende Ausbildungsberufe.
    Handlungsempfehlungen: Berufsorientierung wird talentorientiert und bundesweit nach verbindlichen Mindeststandards gestaltet. Schulen kooperieren stärker mit Unternehmen und Berufsschulen. Regelmäßige Praxiserfahrungen ersetzen Einzelaktionen. Akademische und berufliche Bildung wird als gleichwertige Alternative dargestellt. Ein bundesweites Rahmenkonzept legt verbindliche Mindest­standards für Potenzialanalysen, die Vor-
    und Nachbereitung von Praktika sowie die Verzahnung dieser Elemente mit der ­Berufsberatung fest. Eine datenschutzkonforme Schüler-ID ermöglicht pass­genaue Förderung bei Problemen. Die BA ­sichert moderne Beratung und eine datenbasierte Verbleibensanalyse nach der Schule.
  2. Start in die Ausbildung erleichtern
    Ziel: Ausreichende Sprachförderung, bezahlbarer Wohnraum, gut erreichbare ­Berufsschulen und einfache Verfahren für internationale Auszubildende.
    Handlungsempfehlungen: Wohnprojekte und das Programm „Junges Wohnen“ ­werden gestärkt, Studentenwohnheime für Azubis geöffnet und ein vergünstigtes Deutschlandticket für sie eingeführt. Sprachförderung und Fachsprachprogramme werden ausgebaut; KI unterstützt mehrsprachige und leicht verständliche Lern- und Prüfungsmaterialien sowie ­hybriden Unterricht. Einstiegsqualifizierungen werden für ausländische Bewerber geöffnet, Qualitätsstandards für Vermittlungsdienste geschaffen und rechtliche Vorgaben so angepasst, dass eine reibungslose Übernahme durch Ausbildungsbetriebe ermöglicht wird. Für leistungsstarke Auszubildende wird der Zugang zu internationalen Austauschprogrammen erleichtert, sodass sie ihre Ausbildung schneller absolvieren und ergänzende Praxisphasen im Ausland absolvieren können.
  3. Zukunftsfähigkeit der ­Ausbildung sichern
    Ziel: Betriebe und Schulen kooperieren eng digital, praxisnah und auf Augenhöhe. Es gibt eine ausreichende Zahl an qualifizierten Lehrkräften, die Auszubildende auf die Tätigkeitsprofile der Arbeitswelt von morgen vorbereiten, und Lernorte, die die Freude am Lernen fördern.
    Handlungsempfehlungen: Berufsschulen erhalten moderne Ausstattung und Fortbildungen zu Digitalisierung und KI. Digitale und schulübergreifende Lernformen sichern Standorte. Präsenz- und Onlineanteile werden flexibel kombiniert. Ausbildungsordnungen werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls innerhalb eines Jahres angepasst. Außerdem soll in Abstimmung mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern dafür gesorgt werden, dass ähnliche Berufe gemeinsam in einer Fachklasse unterrichtet und die Zahl der Ausbildungsberufe verringert werden. Modulare Strukturen von Berufen werden mit Blick auf die Ausbildungsdauer, ­Qualifizierungsstufen und Anforderungs­niveaus weiterentwickelt und flexible Wahl- und Wechselmöglichkeiten geschaffen. Digitalisierung und KI werden verbindliche Querschnittsthemen, Betriebe erhalten Zugang zu KI-Reallaboren.
  4. Alternative Wege zum Berufs­abschluss ausbauen
    Ziel: Unbürokratisch alternative Wege zur Fachkräftesicherung nutzen.
    Handlungsempfehlungen: Die Berufs­validierung wird vereinfacht und bestehende Förderinstrumente einschließlich eines Validierungszuschusses genutzt. Teilqualifikationen werden bundesweit standardisiert und weiteren Zielgruppen, etwa im Rahmen der Fachkräfteeinwanderung oder der zivilen Qualifizierung mit der Bundeswehr, geöffnet.
  5. Gleichwertigkeit der höheren Berufsbildung stärken und sichtbar machen
    Ziel: Höhere Berufsbildung wird akademischen Abschlüssen gleichgestellt und dies auch offensiv kommuniziert.
    Handlungsempfehlungen: Die Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ werden für alle entsprechenden IHK-geprüften Fortbildungsabschlüsse umgesetzt und dies ­mittels Marketing bekannter ­gemacht. Ein rechtlich verankerter Deutscher Qualifikationsrahmen schafft Orientierung und stärkt die berufliche Fort­bildung. Das ­Aufstiegs-BAföG wird weiter­entwickelt. Um die Durchlässig­keit zwischen beruf­lichen und aka­demischen Bildungswegen zu erhöhen, wird ein ­bundesweit einheitliches Anerkennungssystem von Kompetenzen eingeführt.

Die kompletten Fünf Impulse für starke Berufliche Bildung in Deutschland finden Sie online auf der Homepage der DIHK

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