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EU-Freihandelsabkommen mit den Philippinen: Neue Exportchancen für Unternehmen aus der Region Stuttgart
24.Sep. 2026 | 4 Min. Lesezeit | Außenwirtschaft, Standort |Autor: Verena Zimmer
Potenzial im Handel mit den Philippinen bisher weitestgehend ungenutzt
Obwohl das bilaterale Handelsvolumen mit rund 4,8 Mrd. Euro in 2025 den höchsten Stand seit 1991 erreichte, liegen die Philippinen derzeit nur auf Platz 61 bei den deutschen Exporten. Ein Viertel des deutschen Gesamtexportes belief sich im Jahr 2025 auf Elektronik, gefolgt von chemischen Erzeugnissen (16,5%), Maschinen (16,2%) sowie Elektrotechnik (7.3%). Insgesamt macht der Export in die Philippinen derzeit nur 0,2% aller baden-württembergischen Exporte aus. Der philippinische Absatzmarkt ist in Asien relativ klein und liegt bei 1,2 Prozent. Dennoch gab es im ersten Halbjahr 2026 einen Exportzuwachs von 9,6 Prozent auf 198,98 Millionen Euro für baden-württembergische Unternehmen. Auch die Einfuhren in diesem Zeitraum belaufen sich auf einem ähnlichen Niveau mit 312,41 Millionen Euro, was allerdings einem Rückgang von 8,2% gleichkommt.
Aber ein Blick auf die südostasiatischen Inseln lohnt sich. Denn für die Philippinen spricht einiges. Das Land gehört zu den größten Ländern weltweit und hat eine durchschnittlich 27 Jahre alte, gut ausgebildete und englischsprechende Bevölkerung. In 2024 und 2025 erreichte das Land ein Wirtschaftswachstum von jeweils 4,7% und 4,4% des Bruttoinlandsproduktes. Experten gehen davon aus, dass dieser Wachstumstrend sich fortführen und bis zu 6,1% im Jahr 2028 ansteigen könnte.
Das EU-Philippinen Freihandelsabkommen – was sich jetzt ändert
Bisher genießen die Philippinen im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems Plus (APS+) seit Dezember 2014 eine verstärkte Handelspräferenz mit der EU. Durch diese Sonderregelung für nachhaltige Entwicklung konnten bereits Zölle für zwei Drittel aller Produkte abgeschafft werden. Im Jahr darauf, im Jahr 2015, begannen Verhandlungen über ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Philippinen.
Allerdings wurden die Verhandlungen mit Manila im Jahr 2017 zunächst pausiert. Der Grund war, dass die EU Bedenken zur Menschenrechtslage unter Präsident Duterte hatte. Erst im Juli 2023 wurden die Gespräche mit Dutertes Nachfolger Ferdinand Marcos Jr. wieder aufgenommen. Nach mehreren Verhandlungsrunden fanden sie gestern ihren Abschluss.
Bekannt ist über das Abkommen bisher, dass der Zollabbau etwa 97% des bilateralen Handelsvolumens betrifft. Dadurch soll die Marktzugangsverbesserung auf beiden Seiten ermöglicht werden. Die Regierung führt Änderungen im öffentlichen Beschaffungswesen ein und eröffnet damit den philippinischen Regierungsmarkt erstmals ausländischen Bietern. Außerdem wird das Abkommen ein Augenmerk auf den Schutz geistigen Eigentums werfen und auch den digitale Handel erleichtern. Das Abkommen erleichtert den Zugang zu Rohstoffen, weil die Philippinen reich an Nickel, Kobalt, Silber, Gold und Kupfer sind, und es stärkt zudem die enge Zusammenarbeit in der Energieversorgung.
Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Freihandelsabkommen
Die Verkündung des Freihandelsabkommens mit den Philippinen reiht sich in eine Reihe weiterer handelspolitischer Fortschritte der EU ein. Dazu gehören Verhandlungen mit Indien, Indonesien, Australien, Mercosur und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bis die konkreten Inhalte des Abkommens feststehen, insbesondere welche Zolltarifnummern in welchem Umfang von Zollvergünstigungen profitieren werden, wird jedoch noch einige Zeit vergehen.
In der Zwischenzeit unterstützt Sie das Team der IHK gemeinsam mit den Auslandshandelskammern (AHKs) gerne bei der Planung und Weiterentwicklung Ihres Auslandsgeschäfts und informiert Sie fortlaufend über relevante Entwicklungen.
Verena Zimmer ist Länderreferentin Asien der IHK Region Stuttgart.
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