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„EPC“ treibt dem Netz die Schwankung aus
08.Juli 2026 | 4 Min. Lesezeit | Gesichter der Wirtschaft, Klimaschutz |Autor: Walter Beck
Gegründet in den 80er Jahren als klassischer Elektroinstallationsbetrieb, hat das Unternehmen die Potenziale der betrieblichen Energieeffizienz früh erkannt und genutzt. Seit drei Jahren sind die Hard- und Softwareprodukte unter der Marke Enlynx gebündelt und werden vorwiegend bei kleinen und mittleren Betrieben installiert. Unter den Riempp-Kunden sind aber auch große Handelsketten wie Rossmann, Logistiker wie UPS und die Deutsche Post sowie Industriebetriebe von Bosch bis zum Fensterprofil-Hersteller Roto.
„Wir machen immer ein Komplettangebot, individuell an jeden Kunden angepasst“, sagt Gründer und Geschäftsführer Friedrich Riempp. Anlagen werden nicht nur lokal optimiert, sondern über mehrere Standorte hinweg harmonisiert, nicht selten über Ländergrenzen, etwa bis nach Kanada.
Die Steuerung macht den Unterschied
Wer Energie spart, denkt oft zuerst an effizientere Technik. Riempp setzt einen Schritt früher an – bei der Frage, wann und wie Energie eingesetzt wird. „Energiemanagement inklusive Steuerung wird aktuell von kaum jemandem angeboten“, sagt Dennis Ganaus, Prokurist und Leiter energieeffiziente Anlagen bei Riempp. Genau diese Lücke will das Unternehmen schließen. Die Systeme greifen in Echtzeit ein: Wenn morgens viele Elektrofahrzeuge gleichzeitig laden, wird die Leistung dynamisch verteilt und an Wetterprognosen gekoppelt. So wandert der Stromverbrauch in Zeiten günstiger Preise oder hoher Eigenproduktion. Ähnlich funktioniert die Gebäudeautomation: Was früher per Hand geschah, läuft heute automatisiert. Lüftung, Klappen, Temperatur – alles folgt einem Regelwerk, das sich ständig anpasst. Der Effekt zeigt sich nicht spektakulär, aber dauerhaft: weniger Verbrauch, gleichmäßigere Lasten, verlässlichere Prozesse.
Ein unterschätztes Risiko im Stromnetz
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien verändert sich die Qualität des Stroms. Einspeisung wird volatiler, das Netz reagiert sensibler. „Die Netzqualität sinkt, die Spannung schwankt stärker um den Sollwert“, sagt Philipp Hiller, Leiter Unternehmensstrategie. Diese Schwankungen dauern oft nur Bruchteile von Sekunden, bleiben meist unsichtbar – haben aber Folgen. Maschinen verschleißen schneller, Elektronik reagiert empfindlich, die Produktion wird störanfälliger. In einem holzverarbeitenden Betrieb fielen vor der Optimierung regelmäßig LED-Leuchten aus. Hinzu kommt: Fertigungsprozesse, etwa beim Beschichten, reagieren empfindlich auf kleinste Abweichungen.
Hier setzt das Enlynx-EPC-System an, das Riempp in Zusammenarbeit mit einem Partner aus der Regelungstechnik und der Hochschule Aalen entwickelt hat und seit 2021 anbietet. Es glättet die Spannung, senkt diese ab und kompensiert Spannungseinbrüche. Damit wird die Spannung im Netz stabilisiert. Statt auf einfache Schütz-Schaltungen zu setzen, die oft nur Symptome überdecken und Flackern verursachen, sorgt EPC für eine kontinuierliche Glättung. Das reduziert nicht nur Störungen, sondern auch den Energieverbrauch – um etwa drei bis sieben Prozent. Anlagen laufen ruhiger, die Lebensdauer steigt, Ausfälle nehmen ab. Damit verschiebt sich der Blick auf Energiemanagement: weg vom reinen Sparen, hin zur Sicherung von Qualität und Verfügbarkeit.
Für viele Mittelständler ist das neu – und wirtschaftlich relevant. Denn jeder ungeplante Stillstand kostet mehr als jede Kilowattstunde. Riempp trifft damit einen Nerv. Je volatiler die Stromversorgung wird, desto größer der Bedarf. In Märkten mit instabileren Netzen wächst er noch schneller.
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