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DIHK-Umfrage zeigt: Digitalisierung kommt nur langsam voran

09.Feb. 2026 | 8 Min. Lesezeit | Digitalisierung |
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Die Unternehmen in Baden-Württemberg halten bei der Digitalisierung Kurs. Die Auswertung der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage zeigt: Mit einer Durchschnittsnote von 2,8 bewerten sich die Betriebe zwar leicht besser als im Vorjahr (2,9), doch der Fortschritt bleibt aus Sicht der baden-Württembergischen IHKs zu langsam.

„Die Wirtschaft bewegt sich, aber sie wird ausgebremst“, stellt IHK-Präsident Claus Paal fest.  „Viele Unternehmen investieren in digitale Lösungen, doch ohne verlässliche politische Rahmenbedingungen bleibt der Fortschritt Stückwerk – insbesondere für kleine und kleinste Betriebe.“ Diesen fehlten oft Zeit, Fachkräfte und finanzielle Spielräume, um über die Basisdigitalisierung hinauszugehen. „Gerade für unsere Industrie brauchen wir schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, eine leistungsfähige digitale Infrastruktur und gezielte Fachkräftesicherung. Digitalisierung darf kein Standortnachteil werden.“

Rückstand der Verwaltung wird zum Standortnachteil

Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen den Branchen: Während die ITK-Branche ihre digitale Reife klar über dem Durchschnitt einschätzt, liegt die Industrie – das Rückgrat der baden-württembergischen Wirtschaft – seit Jahren leicht darunter.

Besonders kritisch bewerten die Unternehmen die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung: 74 Prozent vergeben hierfür die Schulnoten vier bis sechs. Trotz ambitionierter Strategien wie „digital.LÄND“ bleibt der Fortschritt in Baden-Württemberg aus Sicht der Wirtschaft deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die schleppende Verwaltungsdigitalisierung wird zunehmend zu einem Standortnachteil. „Die Verwaltung darf nicht länger der Bremsklotz der Digitalisierung sein“, sagt Paal.  „Unternehmen brauchen funktionierende digitale Verfahren, klare Zuständigkeiten und verbindliche Bearbeitungszeiten – keine Papierprozesse im digitalen Gewand.“

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Dagegen etabliert sich die Nutzung Künstlicher Intelligenz fest in den Betrieben. Bereits 36 Prozent der Betriebe setzen KI-Lösungen ein – ein Plus von neun Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 29 Prozent planen, innerhalb der nächsten drei Jahre auf KI zu setzen.

Zunehmend rückt zudem die Frage der digitalen Souveränität in den Fokus. 32 Prozent der Unternehmen geben an, stark von Microsoft-Office-Produkten abhängig zu sein. „Diese Abhängigkeit birgt erhebliche Risiken“, warnt Paal. „Geopolitische Spannungen, der US-Cloud-Act und mögliche Zugriffsmöglichkeiten aus Drittstaaten stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen – bei Datensouveränität, IT-Sicherheit und unternehmerischer Handlungsfähigkeit.“

Große Abhängigkeit von US-Anbietern

Noch deutlicher wird dies bei Betriebssystemen: 39 Prozent der Unternehmen sind vollständig, weitere 25 Prozent weitgehend von Microsoft Windows abhängig. „Das ist kein Randthema, sondern ein strukturelles Risiko“, so Paal. „Fehlende Updates, steigende Lizenzkosten und Vendor-Lock-in können im Krisenfall massive Auswirkungen haben.“ Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) empfiehlt deshalb ausdrücklich Diversifikation und den Einsatz von Open-Source-Alternativen, um Resilienz und Sicherheit zu stärken.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Plattformen und Maschinensoftware. Zwar fällt die Abhängigkeit hier auf den ersten Blick geringer aus, gleichzeitig geben viele Unternehmen an, dies nicht genau einschätzen zu können. „Die hohe Zahl an ‚Weiß-nicht‘-Antworten deutet darauf hin, dass Abhängigkeiten unterschätzt werden“, sagt Paal. „Gerade hier braucht es mehr Transparenz und strategische Auseinandersetzung.“

An der Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) haben im November 2025 bundesweit knapp 5000 Unternehmen teilgenommen, davon 500 aus Baden-Württemberg.

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