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Digitale Souveränität bedeutet, Resilienz aufzubauen, die im Falle eines Falles das Schlimmste verhindert.

Digitale Souveränität ist unverzichtbar

15.Apr. 2026 | 6 Min. Lesezeit | Digitalisierung & KI, Innovation, Rat & Tat |
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Die Abhängigkeit ist hoch: 90 Prozent der deutschen Unternehmen beziehen Hardware aus dem Ausland, bei Software sind es 75 Prozent. Gleichzeitig werden die Risiken oft unterschätzt – von steigenden Kosten bis hin zu möglichen Abschaltungen oder politischen Einflussnahmen. Digitale Souveränität bedeutet nicht Unabhängigkeit, sondern Handlungsfähigkeit: Wer seine Abhängigkeiten kennt, bewertet und steuern kann, bleibt auch in unsicheren Zeiten resilient. Klar ist dabei: Das Thema gehört auf die Agenda der Geschäftsführung.

Digitale Souveränität – strategisch angehen
Die Ausgangslage ist ernüchternd: Laut einer Bitkom-Studie aus 2025 beziehen 90 Prozent der deutschen Unternehmen digitale Endgeräte aus dem Ausland. Bei den Software-Anwendungen sind es immerhin noch75 Prozent. Die Herkunftsregionen USA, EU-Ausland und China liegen dabei nahezu gleichauf. Eine IHK-Umfrage unter 5.000 deutschen Unternehmen zeigt zudem, dass sich die Mehrheit bei Hardware, Betriebssystemen und Office-Software als weitgehend oder vollkommen abhängig einschätzt. Besonders alarmierend: Die meisten Unternehmen glauben, dauerhaft ohne digitale Importe überlebensfähig zu sein.

Doch die Risiken sind groß. Sie von willkürlichen Abschaltungen durch einzelne Anbieter über steigende Lizenzkosten bis zur Abhängigkeit von politischen Entscheidungen einzelner Akteure oder gar dem Einsatz von Fernzugriffen und sogenannten „Kill Switches“ durch ausländische Technologieanbieter.

Was digitale Souveränität bedeutet

Eine vollständige Unabhängigkeit ausländischer Anbieter ist tatsächlich nicht erreichbar. Deswegen geht es darum, handlungsfähig zu bleiben: Souverän ist, wer seine Abhängigkeiten kennt, bewertet und steuern kann – auch unter Druck oder geopolitischer Unsicherheit. Drei Zieldimensionen stehen dabei im Mittelpunkt: Transparenz über kritische Abhängigkeiten, Steuerbarkeit von Datenflüssen und Zugriffen sowie Beherrschbarkeit im Krisenfall.

Chefsache, nicht IT-Thema

Digitale Souveränität ist deshalb kein Projekt für die IT-Abteilung – sie ist Führungsaufgabe. Ohne Cybersecurity keine Souveränität, ohne Resilienz keine Handlungsfähigkeit. CEOs sind persönlich verantwortlich dafür, dass ihr Unternehmen auch unter digitalen Störungen weiter funktioniert.

Der Fahrplan in der Praxis

Als konkreten Einstieg bleibt wie so häufig in der Informationsverarbeitung eine strukturierte Bestandsaufnahme: Welche IT-Dienste, Cloud-Lösungen und Datenflüsse sind im Einsatz? Welche Daten sind geschäftskritisch? Darauf aufbauend gilt es, eine klare Strategie zu definieren – mit Risikobewertung, Souveränitätszielen und Exit-Optionen für kritische Abhängigkeiten. Praktische Maßnahmen reichen von der Nutzung europäischer Cloud-Anbieter für sensible Daten über den Aufbau von Inhouse-Know-how bis hin zu Open-Source-Strategien als Baustein digitaler Resilienz.

Wie so etwas funktionieren kann, zeigt der Workshop: Digitale Souveränität strategisch angehen, den die Mitglieder des IHK-Ausschusses „Digitalisierung und IT-Wirtschaft als ein kompaktes und interaktives Programm anbieten. Weitere Infos und Anmeldung finden hier

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