Batteriespeicher, Photovoltaik, PV-Anlage, Eigenverbrauch, Stromspeicher, dynamische Strompreise, Peak Shaving - in Gewerbe und Industrie sind das wichtige Themen. © GettyImages
Speicher für selbst erzeugten Strom lohnen sich.

Photovoltaik und Stromspeicher im Gewerbe: Lastspitzen und Stromkosten senken

12.Juni 2026 | 6 Min. Lesezeit | Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Rat & Tat |
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Batteriespeicher werden für Unternehmen mit Photovoltaik und PV-Anlage immer attraktiver. Erfahren Sie, wie ein Stromspeicher den Eigenverbrauch erhöht, Stromkosten senkt und durch Peak Shaving Lastspitzen reduziert. Zudem zeigen wir, wie Betriebe von dynamischen Strompreisen profitieren und welche Chancen sich für Gewerbe und Industrie ergeben. Antworten auf häufige Fragen: Für wen lohnt sich ein Batteriespeicher? Wie sicher sind moderne Stromspeicher? Welche Amortisationszeiten sind realistisch?

Viele Unternehmen produzieren Strom mit ihrer Photovoltaikanlage und speisen das wertvolle Gut zu geringen Preisen in das Stromnetz ein – um es dann teuer wieder einzukaufen. Der logische Schritt lautet: Der Eigenverbrauch sollte erhöht werden. Am flexibelsten gelingt das mit einem Batteriespeicher. Diese sind so günstig wie nie zuvor.

Strompreise bleiben volatil – Speicher werden immer günstiger

Lithium-Ionen-Batteriepacks waren im Jahr 2025 93 Prozent günstiger als noch 2010, was sich auch in den Installationszahlen zeigt. Allein 2024 wurden in Deutschland 600.000 neue stationäre Batteriespeicher installiert, wodurch die Gesamtkapazität um 50 Prozent gestiegen ist.

Für wen lohnt sich ein Batteriespeicher?

Für PV-Anlagenbetreiber mit hoher Einspeiseleistung und niedriger Einspeisevergütung lohnen sich Batteriespeicher besonders: Speicher maximieren den ­Eigenverbrauch, senken Netzbezugs­kosten und erhöhen die Resilienz – ein klarer Vorteil, insbesondere für Gewerbe- und Industriebetriebe.

Lastspitzen – der versteckte Preistreiber

Auch für Unternehmen mit hohen Lastspitzen sind Batteriespeicher eine sinnvolle Ergänzung. Denn für das Bereitstellen der Spitzenlast lässt sich der Energielieferant bezahlen. Mit flexiblen Speichern lassen sich die betrieblichen Lastverläufe glätten (Peak Shaving), sodass Unternehmen ihre Leistungsspitzen deutlich reduzieren – und im Idealfall die teuren Leistungspreise sogar vollständig vermeiden.

Dynamisch reagieren mit Stromspeicher

Wer einen Batteriespeicher besitzt, kann außerdem besonders von dynamischen Strompreisen profitieren. Die Idee dahinter ist simpel: Der Speicher wird geladen, wenn die Preise niedrig oder sogar negativ sind und im Gebäudenetz entladen, wenn sie hoch sind. So können auch kleine und mittelständische Unternehmen durch eine Tarifänderung wirtschaftlich profitieren.

„Der Einsatz von Speichertechnologien eröffnet neue Möglichkeiten für die Breite der deutschen Wirtschaft“ ist daher eine der Kernaussage des DIHK-Leitfadens „Stromspeicher in Industrie und Gewerbe“.

Entscheidung für den Speicher steht fest: So geht es weiter

Der Entschluss ist gefasst – ein Batteriespeicher soll installiert werden. Doch was gilt es zu beachten? Zuerst muss geklärt werden, was man damit bewirken will: ­Autarkie oder Peak Shaving, Eigenverbrauch optimieren oder von dynamischen Strompreisen profitieren? Oder von allem ein bisschen?

Dies hat Auswirkungen auf die Größe des Speichersystems. Eine gute Grundlage ist der Blick auf seinen Lastgang und die Stromrechnung. Auch ist klar: Je höher der Anspruch an Unabhängigkeit, desto größer fällt das Speichersystem aus.
Parallel dazu rückt in vielen Betrieben der verfügbare Platz in den Fokus, denn Batteriespeicher benötigen einen geeigneten Standort. Ob im Technikraum, im Außenbereich oder in Containerbauweise: Die Anforderungen an Sicherheit, Zugänglichkeit und Umgebungsklima müssen von Beginn an mitgedacht werden: im Sommer nicht zu heiß, im Winter nicht zu kalt, geschützt vor Nässe und idealerweise kurze Leitungswege.

Sind Batteriespeicher sicher?

Vorneweg: Batteriespeicher haben in ­vielerlei Hinsicht einen rasanten technologischen Fortschritt gemacht. Neben ­einer höheren Energiedichte, längeren ­Lebenszyklen und günstigeren Preisen wurde auch das Thema Sicherheit von den Herstellern angegangen. Laut einer Studie der RWTH Aachen haben in der Vergangenheit 0,0049 Prozent der Speicher angefangen zu brennen. Zum Vergleich: die Brandwahrscheinlichkeit eines Verbrennerautos liegt der Studie zufolge 18 Mal höher.
Mit der Entwicklung neuer Technologien, wie die LiFePo-Technologien, wird dem Sicherheitsbedürfnis für noch stabilere Akkus Sorge getragen.

Nutzerentgelte ab 2029?

Andererseits muss man eher vorsichtig auf die politische Seite blicken. Noch ist offen, ob Netzentgelte ab 2029 für Batteriespeicher anfallen werden. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit neue Modelle, darunter auch verpflichtende Baukostenzuschüsse, die Projekte verteuern könnten. Speicherprojekte sollten demnach vorsorglich mit einem „Worst-Case-­Szenario“ kalkuliert werden.

Auch die Aufbau- und Netzanschlusskosten des Speichers können je nach Standort und Netzsituation erheblich variieren.

Selbsterzeugter Strom ist günstiger als Strom aus dem Netz

Wann sich der eigene Batteriespeicher amortisiert, unterscheidet sich selbstverständlich individuell. Universal lässt sich feststellen: Jede selbst erzeugte Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien ist günstiger als zugekaufter Netzstrom, und jede gespeicherte Kilowattstunde ersetzt teure Energiebezugskosten. Die sinkenden Investitionspreise, volatileren Märkte und die lange Lebensdauer der ­Speicher ­machen die Anschaffung aber so attraktiv wie nie zuvor.

Fazit:

Von der Analyse der eigenen Lastprofile über die Wahl geeigneter Tarife bis hin zur Entscheidung für ein passendes Marktmodell sind viele Fragen zu klären. Wer diese Hürden aber rechtzeitig angeht, schafft eine solide Basis, um Speicher wirtschaftlich und zukunftssicher einzusetzen.

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Dennis Seiler ist Energieeffizienzberater und Projektmitarbeiter KEFF+ bei der IHK Region Stuttgart

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