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YouTuber Moritz Vieth

3 Fragen an Raumfahrt-Youtuber Moritz­ Vieth

15.Jan. 2026 | 3 Min. Lesezeit | Innovation |
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Moritz Vieth hat die Raumfahrt zu seinem Beruf gemacht – aber nicht als Entwickler, Wissenschaftler oder gar Astronaut. Seit einigen Jahren betreibt er den YouTube-Kanal „Senkrechtstarter“, begeistert Laien für das Thema und informiert über neue Entwicklungen auf diesem spannenden Gebiet. Im vergangenen Dezember moderierte Vieth den Luft- und Raumfahrtkongress der IHK.

Herr Vieth, wollten sie als Kind Astronaut werden?

Ganz genau! Daraus wurde natürlich nichts, weil ich technisch interessiert war, habe ich nach der Schule in Hamburg Schiffbau studiert. Meine Liebe zur Raumfahrt erwachte erst sehr viel später wieder, dann aber mit Macht. Anlass war eine Filmaufnahme von der Senkrechtlandung einer Space-X-Rakete. Das schien mir absolut unglaublich, und ich dachte zuerst an einen Fake. Dann wurde mir klar, wie rasant der Fortschritt in der Raumfahrttechnik wirklich war und wie viel ich verpasst hatte. 

Mit „Senkrechtstarter“ haben Sie jetzt einen YouTube-Kanal, der 88.000 Follower anzieht. Können Sie davon leben?

Ja, mittlerweile ist das mein Hauptberuf. Aber angefangen habe ich einfach so in meiner Freizeit, als mir während Corona die Decke auf den Kopf fiel. Begeisterung für die Raumfahrt ist auch heute noch mein Antrieb. Deshalb trete ich bei Netzwerkveranstaltungen wie dem Raumfahrtkongress der IHK in Stuttgart auf.

Was sind für Sie zurzeit die faszinierendsten Entwicklungen in der Branche?

An erster Stelle steht da sicher das Vorhaben, wieder Menschen zum Mond zu schicken – zum ersten Mal seit 1972! Aber anders als damals geht es dabei nicht bloß darum, eine Fahne in den Boden zu stecken. Man muss sich klar machen: Das All ist ein Wirtschaftsraum. Auf dem Mond lagern Ressourcen im Wert von hunderten Milliarden Euro, etwa seltene Erden oder Helium 3, das man für verschiedene High-tech-Anwendungen braucht. Auch die Erzeugung von grünem Wasserstoff ist ein Thema. Und es braucht vergleichsweise wenig Energie, diese Dinge auf die Erde zu bringen. Man kann sagen: Alles das, was in den 60er Jahren nur in Science-fiction-Visionen vorkam, wird jetzt Wirklichkeit. 

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