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3-D-Druck im ehemaligen Schafstall

16.Juli 2026 | 4 Min. Lesezeit | Gesichter der Wirtschaft, Klimaschutz |
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Aus einer Idee hat Patrick Kromer mit Mut, technischem Gespür und langem Atem ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Statt dem Hype hinterherzulaufen, setzt sein Startup LaserTeck auf Lösungen, die Kunden wirklich weiterbringen.

Wer heute die Werkhalle von LaserTeck in Kirchheim/Teck betritt, sieht moderne Anlagen, Computermonitore, Arbeitsschutzeinrichtungen. Begonnen hat alles anders: 2015 gründete Patrick Kromer sein Unternehmen in einem umgebauten Schafstall. Der heute 40-Jährige hatte nach dem Abitur zunächst Werkzeugmechaniker gelernt, als CNC-Fräser präzise Teile gefertigt – und war dabei früh in Kontakt mit dem noch jungen 3-D-Druck gekommen.

Später, im Studium der Produktionstechnik an der Technischen Hochschule Ulm, wählt Kromer den 3-D-Druck für seine Abschlussarbeit – und denkt ihn gleich weiter: als Geschäft. Der Businessplan reicht für den zweiten Platz beim Gründerpreis Baden-Württemberg, dazu kommt ein Kredit der Kreissparkasse. Die erste Maschine ist finanziert, das Risiko bleibt hoch. Nach sechs Jahren ist der Betrieb schuldenfrei.

Mehr als nur Drucken

Die Technologie ist neu, es herrscht Euphorie – aber ohne Richtung. Viele experimentieren, wenige verstehen die industrielle Anwendung. „Es war viel Spielgeld unterwegs“, sagt Kromer rückblickend. Für ihn kein Grund zur Skepsis, sondern ein Signal: Hier entsteht ein Markt – nur anders, als viele glauben.

Von Anfang an geht Kromer einen anderen Weg. LaserTeck versteht sich nicht als Teileplattform, sondern als Problemlöser. Während Plattformen Bauteile auf Knopfdruck liefern, setzt Kromer auf Beratung, Austausch, Iteration. „Die entscheidende Frage lautet nicht: Was kostet das Teil? Sondern: Was muss es leisten?“ Das verändert die Perspektive. Kunden sind oft Sondermaschinenbauer, die mit additiver Fertigung zwar in Kontakt gekommen sind, deren Nutzen aber unterschätzen. Viele halten 3-D-Druck für eine Technologie für exotische Bauteile. Kromers Gegenargument ist pragmatisch: „Der größte Hebel liegt in funktionellen Verbesserungen“ – etwa bei Werkzeugen, die durch integrierte Kühlkanäle Prozesse beschleunigen oder stabilisieren.

LaserTeck liefert deshalb nicht nur gedruckte Teile, sondern einsatzfähige Lösungen. Nachbearbeitung gehört dazu, ebenso die Abstimmung mit dem Kunden. Gefertigt wird aus Aluminium, Edelstahl und Werkzeugstahl, meist für Prototypen und Kleinserien. Beispiele reichen von Laborflaschen mit mehreren Anschlüssen bis zu Bohrwerkzeugen mit integrierter Kühlführung. Entscheidend ist die Funktion im Prozess – dort entsteht der wirtschaftliche Nutzen.

Diese Denkweise zahlt sich aus. LaserTeck positioniert sich im Markt weniger über Technologie, mehr über Ergebnisqualität und Zusammenarbeit. Der Anspruch: ein Bauteil liefern, das im Betrieb Geld verdient – nicht eines, das nur technisch beeindruckt.

Wachstum mit Augenmaß

Zehn Jahre nach der Gründung hat sich das Unternehmen etabliert. LaserTeck arbeitet für Kunden im gesamten DACH-Raum, erweitert seine Kapazitäten mit einem zweiten Metall-3-D-Drucker und erschließt neue Werkstoffe – etwa die Legierung M789, die Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit kombiniert und insbesondere im Werkzeug- und Formenbau neue Anwendungen ermöglicht.

Doch Kromer bleibt vorsichtig: „Zu viele Startups sind in den vergangenen Jahren an ihrem eigenen Tempo gescheitert“, weiß er. Der Markt sortiert sich gerade – und LaserTeck profitiert davon. Das Wachstum soll kontrolliert bleiben, getragen von Projekten, nicht von Erwartungen.

Eine Herausforderung bleibt der Vertrieb. Viele Unternehmen hätten noch keine klare Vorstellung davon, wie sie Metall-3-D-Druck wirtschaftlich einsetzen können. In Gesprächen gehe es deshalb oft um Grundlagen: Festigkeit, Oberfläche, Bauteildichte. Erst wenn diese Fragen geklärt sind, beginnt die eigentliche Arbeit.

Ist dieser Punkt erst einmal erreicht, wird aus Vorbehalt Interesse, aus Interesse Begeisterung. Der Markt, so Kromers Einschätzung, steht noch am Anfang. Die eigentliche Stärke des 3-D-Drucks liegt im Detail: dort, wo Bauteile Prozesse effizienter machen – und damit echten Wettbewerbsvorteil schaffen.

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